Unterschiede: HIV -Infektion und Aids

HIV steht für Humanes Immundefizienz-Virus . Das Virus befällt und zerstört Abwehrzellen des Körpers. Erst, wenn das Virus das Immunsystem stark geschädigt hat und bestimmte Folgeerkrankungen („Aids-definierende Erkrankungen“) auftreten, spricht man von Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome: Erworbenes Immunschwäche Syndrom). 

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Typische Folgeerkrankungen sind bestimmte Erkrankungen des Nervensystems, Virusinfektionen, schwere Formen der Lungenentzündung, ausgedehnter Pilzbefall, bestimmte Tumorerkrankungen, anhaltender Durchfall und starker Gewichtsverlust („Wasting Syndrom“).

Krankheitsverlauf - Die Phasen der HIV -Infektion

1. Akute Phase

Die ersten Anzeichen einer kürzlichen Infektion mit dem HI-Virus ähneln oft denen einer Grippe: Fieber, allgemeine Abgeschlagenheit, Lymphknotenschwellungen, Nachtschweiß, Appetitverlust und Hautausschlag können erste Anzeichen sein. Diese Symptome treten bei 70-80% der Betroffenen typischerweise etwa zwei Wochen nach der Ansteckung auf und können bis zu 14 Tage anhalten. Viele bemerken sie kaum oder halten sie für Zeichen eines „normalen“ Infekts oder einer Reisekrankheit. Die Viruslast kann während der akuten Phase auf mehrere Millionen Viren pro Mikroliter Blut ansteigen. Gerade in diesem frühen Stadium der Infektion kann ein Sexualpartner besonders leicht infiziert werden, da auch im Sperma bzw. dem Scheidensekret besonders viele Viren vorhanden sind. Gleichzeitig kommt es zu einem vorübergehenden Abfall der CD4-Helferzellen.

2. Chronische Phase

Nach ein paar Wochen gewinnt das Immunsystem jedoch wieder die Oberhand, die Viruslast sinkt und es beginnt eine unterschiedlich lange Phase ohne spürbare Symptome, die einige Jahre andauern kann. Doch auch wenn die infizierte Person noch keine Krankheitszeichen verspürt, verringert sich allmählich die Zahl der für das menschliche Immunsystem wichtigen CD4-Helferzellen und die Viruslast steigt erneut an. Es können unspezifische Symptome auftreten, z. B. lang andauernde Lymphknotenschwellungen an mehreren Stellen (unter den Achseln, in der Leistengegend), starker Nachtschweiß und anhaltende Durchfälle.

Wenn jetzt nicht mit antiretroviralen Medikamenten behandelt wird, wird die körpereigene Abwehr immer schwächer und kann sich irgendwann gegen eigentlich harmlose und normalerweise leicht zu bekämpfende Krankheitserreger nicht mehr wehren. Es kommt zu sogenannten „opportunistischen Infektionen“ und die Erkrankung geht ins Aids-Stadium über.

3. Aids-Stadium

Das Krankheitsbild Aids wird u. a. durch das Auftreten Aids-definierender Erkrankungen, z. B. bestimmter „opportunistischer“ Infektionen definiert. Bakterien, Pilze und Viren, die bei einem gesunden Menschen nur selten eine Erkrankung verursachen, können sich aufgrund der Immunschwäche ungehindert vermehren. Beispiele hierfür sind die zu Beginn der Aids-Epidemie in den 1980er Jahren gehäuft aufgetretene Pneumocystis-Jirovecii-Pneumonie (PJP), eine seltene Form der Lungenentzündung, und Infektionen des Gehirns durch Toxoplasmose -Erreger. Außerdem beobachtete man bestimmte Krebserkrankungen (z. B. Kaposi-Sarkom, Lymphome), ebenfalls als Folge des geschwächten Immunsystems.

Insbesondere zwei Laborwerte – das Absinken der CD4-Helferzahl und der Anstieg der Viruslast – weisen auf eine beginnende Immunschwäche hin. Die Entwicklung zum Vollbild Aids kann heute fast immer verhindert werden, wenn rechtzeitig mit antiretroviralen Medikamenten behandelt wird. Aus diesem Grund ist ein Test überaus sinnvoll, wenn man unsicher ist, ob möglicherweise eine Infektion besteht.

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