Reisen trotz HIV

Reisen sind heute für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit, seien sie beruflicher Art oder privat zur Erholung. Dabei gibt es für Menschen, die mit HIV leben manches zu beachten, von der Umstellung der Einnahmezeiten bei Zeitverschiebungen bis hin zu Einreiseverboten in bestimmte Länder.

Reisen trotz HIV
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Eine HIV -Infektion stellt bei Reisen innerhalb der europäischen Union in der Regel kein Problem dar. Bei Fernreisen gilt es jedoch, spätestens zwei bis drei Monate vor Reisebeginn einige wichtige Fragen klären:

Welche Impfungen sind möglich bzw. erforderlich?
Der behandelnde Arzt hilft bei der Entscheidung, welche Impfungen im Einzelfall ratsam sind. Dies hängt vom Reiseziel und vom Immunstatus des Reisenden ab.

Besteht durch Hitze oder mangelnde hygienische Bedingungen ein erhöhtes Risiko für die Gesundheit?
Egal, ob HIV -positiv oder nicht, jeder Reisende sollte sich über spezielle Infektionsrisiken im Reiseland erkundigen und wissen, wie man sich davor am besten schützen kann. Manchmal können Impfungen schützen, bei anderen hilft es, sich von den Erregern fernzuhalten (z. B. kein Leitungswasser zu trinken). Wenn zusätzliche Medikamente eingenommen werden sollen, z. B. zur Malariaprophylaxe , sollte unbedingt durch den Arzt bzw. den Apotheker geklärt werden, ob sich diese mit der HIV -Medikation vertragen oder ob Wechselwirkungen zu erwarten sind.

Lassen sich die HIV -Medikamente problemlos mitnehmen?

Medikamente sollten im Handgepäck mitgenommen werden, damit sie nicht mit dem Koffer verloren gehen können oder zu spät ankommen. Achte auf die Lagerbedingungen, denn manche Medikamente vertragen z. B. keine Temperaturen über 25° C. Fragen zur Lagerung der Medikamente beantwortet der Apotheker deines Vertrauens. Bei Reisen außerhalb der EU empfiehlt es sich, für den Zoll eine englischsprachige Bestätigung des Arztes dabei zu haben, die besagt, dass du die Medikamente benötigst – die HIV -Infektion muss dabei nicht genannt werden.

Wo finde ich im Notfall medizinische Hilfe? 

Am besten erkundigt man sich im Vorfeld, wo im Ernstfall kompetente medizinische Hilfe gefunden werden kann. HIV Schwerpunktpraxen in Deutschland findest du z. B. unter www.dagnae.de, infektiologische Ambulanzen sind auch unter www.hivandmore.de gelistet. Bei internationalen Aufenthalten sind im E-Atlas unter www.aidsmap.com weiterführende Informationen zu finden.

 Brauche ich eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung?

Innerhalb der EU trägt im Normalfall die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten einer Behandlung. Voraussetzung ist die europäische Versicherungskarte, die neuerdings auf die Rückseite der Krankenkassenkarte gedruckt ist. Ansonsten kann man sie aber auch problemlos beantragen. Bei privaten Krankenversicherungen muss die Police genau geprüft oder die Bestätigung der Versicherungsgesellschaft eingeholt werden.
In der Regel gelten die Leistungseinschränkungen und Zuzahlungen des Reiselandes, die oft höher ausfallen. Kläre vor der Abreise mit deiner Krankenversicherung, ob ein Schutz besteht oder ob du eine zusätzlich Auslandsreiseversicherung abschließen sollten. Die Kosten sind vergleichsweise günstig, auch bei bestehender HIV -Infektion, da in der Regel keine Gesundheitsprüfung erfolgt.

HIV Medikamente: Muss ich die Einnahmezeiten verschieben?

Im Falle einer deutlichen Zeitverschiebung kann es erforderlich sein, die Einnahmezeiten anzupassen, zum Beispiel wenn sonst eine Einnahme mitten in der Nacht erforderlich würde. Wichtig ist dabei, dass die Einnahmeintervalle hierzu vorübergehend verkürzt werden, bis die gewünschte Einnahmezeit erreicht ist. Die Intervalle dürfen nicht verlängert werden, da sonst aufgrund sinkender Medikamentenspiegel die Wirkung beeinträchtigt sein könnte. Das Vorgehen sollte daher stets mit dem Arzt besprochen werden.

 Gelten Einreisebeschränkungen für Menschen mit HIV ?

Einreiseverbote und -beschränkungen sind in vielen Staaten leider Realität. Erkundige dich über mögliche Bestimmungen im Vorfeld.Aktuelle Informationen über dein Reiseziel findest du unter www.hivtravel.org
Weiterführende Informationen bieten die Seite www.hivrestrictions.org sowie der Quick-Finder unter www.aidshilfe.de.

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