Frage: goldfisch418 - 2021-06-29 09:26

Schwerpunkt: HIV & Psyche
29.06.2021

Guten Tag Herr Dr. Ich hatte vor 9 Wochen eine HIV Risikokontakt und bin nun stark verunsichert. Nach 6 Wochen habe ich einen Labortest der 4 Generation machen lassen, welcher negativ war. Nach 7 Wochen habe ich Fieber und Grippesymptome bekommen. Nach 8 Wochen wurde nochmals ein HIV Labortest gemacht negativ. Plus zusätzlich HIV 1 PCR (13 kopien) und hiv2 pcr (28 kopien) keine Virus RNA nachgewiesen. Kann ich mit dem Thema abschließen oder gibt es noch ein Restrisiko? Vielen Dank

Dr. med. Steffen Heger
Antwort des Experten Dr. med. Steffen Heger
Sehr geehrte(r) Anfragende(r), vielen Dank für Ihre Anfrage über die Internetplattform mymicromacro.net. Wenn ein Antigen-Antikörper-Test (Labortest der 4. Generation) mindestens sechs Wochen nach dem letzten Risikokontakt negativ ist, kann eine HIV-Infektion mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Bei Ihnen waren zwei dieser Tests nach sechs und acht Wochen negativ. Zudem wurden nach acht Wochen PCR-Tests durchgeführt, wobei mir die medizinische Indikation für dafür nicht klar ist. Wie auch immer: Eine HIV-Infektion ist damit ausgeschlossen. Das wird man Ihnen vermutlich bereits mehrfach versichert haben. Es kommt tatsächlich nicht selten vor, dass Menschen nach einem sexuellen Kontakt die Angst vor einer HIV-Infektion trotz negativer Untersuchungsergebnisse nicht los werden. Dahinter stecken sehr häufig Schuldgefühle im Zusammenhang mit Sexualität oder zumindest mit diesem einen Sexualkontakt. Mehr darüber finden Sie in meinem Artikel unter diesem Link: https://www.my-micromacro.net/seeleplus/seelische-krisen-erkennen/hiv-phobie-kleines-risiko-und-grosse-angst Wenn die Angst Sie weiterhin sehr beschäftigt, empfehle ich Ihnen die Kontaktaufnahme mit einer Beratungsstelle (z. B. örtliche Aidshilfe) oder einer / einem niedergelassenen Psychotherapeut*in, welche mit der HIV-Thematik und den damit zusammenhängenden Ängsten vertraut sind. Hier finden Sie sicher Ansprechpartner für die möglicherweise dahinter stehenden Themen. Wenn Sie das möchten. Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben. Mit freundlichen Grüßen   Dr. med. Steffen Heger Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im Auftrag der Janssen-Cilag GmbH

Followup Questions and Answers

Follow up Question

Die Pcr auf hiv 1 und hiv 2, sowie den AK/AG Test habe ich nach 8 wochen selbst im Labor beauftragt, aufgrund der Grippesymptome und Fieber. Also ich kann definitiv nicht mir hiv infizierte sein, laut ihren Aussagen. Ich brauche definitiv keinen Test mehr? Ist dies so korrekt?

Follow up Answer

Sehr geehrte(r) Anfragende(r), wenn ein Antigen-Antikörper-Test sechs Wochen nach dem letzten Risikokontakt negativ ausfällt, gilt eine HIV-Infektion als mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen.  Dass trotz eines negativen Testergebnisses eine Infektion vorliegt, wäre eine absolute Rarität. Da bei Ihnen sogar zwei Tests durchgeführt wurden, sinkt diese ohnehin minimale Wahrscheinlichkeit noch weiter. Einhundertprozentige Sicherheit kann es niemals geben, sondern nur annähernd einhundertprozentige Sicherheit. Diese ist bei Ihnen gegeben. Aus medizinischer Sicht sind jedenfalls keine weiteren Laboruntersuchungen notwendig. Mit freundlichen Grüßen   Dr. med. Steffen Heger Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im Auftrag der Janssen-Cilag GmbH

Follow up Question

Aufgrund der Anhaltenden Symptome (Leichtes Fieber und Grippesymptome) Wurde vom Arzt nach 10 Wochen nochmals einen HIV AG/AK Test durchgeführt, welcher negativ ist. Zudem wurde zur Sicherheit nochmals eine HIV 1 PCR und HIV 2 PCR durchgeführt, bei beidem keine VirusRNA nachweisbar. Ich nehme jeden Tag 1x orthomol immun (165 Mikrogramm Biotin) Trinkkur und 1x Viabol Trinkkur (25 Mikrogramm) Kann dies die Tests verfälschen oder kann ich nun endgültig mit dem Thema HIV abschließen?

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Sehr geehrte(r) Anfragende(r), mit dieser sehr speziellen labortechnischen Frage wenden Sie sich bitte am besten an das Labor, in dem die Tests durchgeführt wurden. Gegebenenfalls kann Ihr*e Hausärzt*in Sie bei der Kontaktaufnahme unterstützen. Mit freundlichen Grüßen Dr. med. Steffen Heger Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im Auftrag der Janssen-Cilag GmbH
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