HIV Therapie: Nebenwirkungen

Nebenwirkungen von Medikamenten können die HIV -Therapie erschweren. Dank moderner Therapiemöglichkeiten sind zwar die Begleiterscheinungen deutlich geringer und Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen seltener geworden, treten jedoch Nebenwirkungen auf, können diese die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen und die zuverlässige Medikamenteneinnahme erschweren.

Nebenwirkungen von Medikamenten können die HIV-Therapie erschweren
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Vor Therapiebeginn sollten mit dem Arzt die häufigsten Nebenwirkungen des jeweiligen Medikaments und der Umgang damit besprochen werden. Wenn Nebenwirkungen auftreten, sollte man diese stets zeitnah dem behandelnden Arzt mitteilen, damit er Empfehlungen zur Behandlung geben kann. Viele Nebenwirkungen treten hauptsächlich zu Beginn der Behandlung auf, andere können meist gut behandelt werden.

Magen-Darm-Beschwerden

Magen-Darm-Beschwerden sind die wohl meist genannten Nebenwirkungen der HIV -Therapie. Häufigste Symptome sind Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Durchfall sowie Übelkeit und Erbrechen. Meist treten die Beschwerden zu Beginn der Therapie verstärkt auf, lassen aber nach wenigen Wochen nach. Der Umgang mit solchen Nebenwirkungen sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Vom Absetzen der Medikamente ohne vorherige Rücksprache mit dem Arzt ist dringend abzuraten, da es dadurch zu Resistenzen kommen kann, so dass man zukünftig weniger Therapiemöglichkeiten zur Verfügung hat.
Die Ernährung sollte auf mehrere kleine Mahlzeiten am Tag umgestellt werden. Fett und Milchprodukte sollte man nur in Maßen zu sich nehmen und auf Kaffee, Nikotin, Alkohol und zu scharfes  Essen möglichst verzichten. Bewährte Hausmittel, wie ein geriebener Apfel (roh, mit Schale, aber ohne Kerngehäuse), eine zerdrückte Banane, Schwarz- oder Grüntee, getrocknete Heidelbeeren (Tee, Pulver) oder dunkle Schokolade, können ebenfalls hilfreich sein.

Fatigue-Syndrom: Chronische Erschöpfung 

Viele Menschen mit HIV sind ständig müde bzw. erschöpft. Hervorgerufen wird diese „Fatigue“ von ganz unterschiedlichen Faktoren. So können die HIV -Infektion selbst, Begleiterkrankungen (insbesondere Depressionen), Medikamente, aber auch Mangelernährung oder zu geringe Ruhepausen und Schlafstörungen der Auslöser sein. Wenn die Müdigkeit immer wiederkehrt oder dauerhaft besteht, sollte man einen Arzt aufsuchen, um den Grund dafür herauszufinden.

Osteoporose

Menschen mit der Diagnose HIV erkranken insgesamt häufiger an Osteoporose (Knochenschwund). Dies kann durch die HIV -Infektion selbst hervorgerufen werden, aber auch Begleiterkrankungen und bestimmte HIV -Medikamente können eine Osteoporose begünstigen. Der behandelnde Arzt erklärt die Risiken, die notwendigen Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten.

Um Osteoporose vorzubeugen, sollte man möglichst auf Alkohol und Nikotin verzichten. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und eine ausgewogene und vor allem kalziumreiche Ernährung sind ebenfalls hilfreich. Falls erforderlich, wird von dem Arzt ein Vitamin-D-Präparat empfohlen.

Wenn Osteoporose bereits festgestellt wurde, sollte man Vorbeugungsmaßnahmen gegen Stürze und Unfälle ergreifen. Es kann helfen, sein Umfeld auf Stolperfallen zu untersuchen und immer bequemes Schuhwerk zu tragen, in dem man einen festen Halt hat.

Neurologische Störungen

Im Verlauf einer HIV -Infektion kann es zu Funktionsstörungen des Gehirns, aber auch von Rückenmark, peripheren Nerven und Muskeln kommen. Sie können vom HI-Virus oder anderen Krankheitserregern wie Bakterien, Parasiten, Viren oder Pilzen verursacht werden. Auch die Medikamente zur HIV -Therapie können die Ursache sein.

Wenn man rechtzeitig mit einer HIV -Therapie beginnt, sind schwere neurologische Störungen selten. Leichtere Störungen und Vorformen können durch Früherkennung entdeckt und gegebenenfalls durch einen Wechsel der HIV -Medikamente gelindert oder rückgängig gemacht werden.

Erste Symptome für neurologische Störungen sind häufig Kopfschmerzen, Schwierigkeiten zu schlucken, Schlafstörungen, Erektionsstörungen, Antriebslosigkeit oder depressive Verstimmung. Zudem ist es typisch, dass man plötzlich einfache motorische Tätigkeiten nicht mehr mit der gewohnten Geschicklichkeit ausführen kann oder das Gedächtnis nachlässt.

Wichtig: Bereits bei einem Verdacht sollte man sich frühzeitig in fachkundige Beratung oder Behandlung begeben und sich auf mögliche neurologische Störungen testen lassen. Viele neurologische Krankheiten lassen sich gut behandeln, wenn sie frühzeitig diagnostiziert werden können.

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