Kinder und HIV : Die richtige Therapie

HIV wird bei Kindern in 95% der Fälle „vertikal“, d. h. während der Schwangerschaft, unter der Geburt oder in der Stillzeit von der HIV -positiven Mutter auf das Kind übertragen. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Dies gilt auch bei der Behandlung von HIV , die sich mitunter deutlich von der Behandlung Erwachsener unterscheidet.

Unterschiedliche Behandlungen bei Kindern und Erwachsenen
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HIV bzw. Aids verläuft vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern deutlich aggressiver als bei Erwachsenen. Anders als bei Erwachsenen fehlen bei Kindern die typischen Symptome der akuten HIV -Infektion. Anzeichen für eine auftretende Immunschwäche können Untergewicht oder Gewichtsverlust, immer wieder auftretende Fieberschübe, verschiedene bakterielle Infektionen (Mittelohrentzündung, Durchfälle, Pilzerkrankungen) sowie allgemeine Entwicklungsverzögerungen sein.

Bereits bei Säuglingen sollte möglichst frühzeitig nach Diagnosestellung mit der medikamentösen Behandlung begonnen werden. Wie bei Erwachsenen ist das Ziel, die Viruslast unter die Nachweisgrenze zu senken. Die Therapie sollte mit den Eltern bzw. Pflegepersonen und ggf. auch mit dem Kind ausführlich besprochen werden. Viele der gegen HIV wirksamen Medikamente sind nicht ausdrücklich für Kindern zugelassen, so dass ihre Anwendung einer besonders sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung und Aufklärung bedarf (Off label use). Problematisch kann die im Vergleich zu Erwachsenen geringere Toleranz gegenüber Nebenwirkungen sein. Auch ist die regelmäßige Medikamenteneinnahme (Adhärenz ) mitunter schwerer zu gewährleisten. Einige Medikamente sind als Saft erhältlich, was besonders bei kleinen Kindern die Einnahme erleichtern kann.

Daneben profitieren HIV -infizierte Kinder ganz besonders von Impfungen gegen andere Infektionskrankheiten, da ihr eigenes Immunsystem diese weniger gut abwehren kann als es bei gesunden Kindern der Fall ist.

Lebenserwartung HIV -infizierter Kinder

Eine genaue Vorhersage über die Lebenserwartung ist kaum möglich. Die frühzeitige und konsequente medizinische Betreuung betroffener Kinder durch einen spezialisierten Kinderarzt ist aber die beste Voraussetzung, eine normale Lebenserwartung zu erreichen.

Die individuellen Krankheitsverläufe sind recht verschieden. Es gibt viele Theorien über die Gründe, doch keine ist wirklich bestätigt: Der Zeitpunkt der Infektion scheint ebenso eine Rolle zu spielen wie der Zeitpunkt des Therapiebeginns. Auch die Lebensumstände der Kinder und deren Familie können ausschlaggebend sein – vor allem die psychischen Faktoren. Ein Kind, das die ständige Angst der Eltern oder Erzieher spürt und vom täglichen Leben ausgeschlossen wird, hat es schwerer als ein Kind, das sich geliebt und angenommen fühlt. Die Behandlung HIV -positiver Kinder unterscheidet sich vom Vorgehen bei betroffenen Erwachsenen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass diese Kinder von spezialisierten (Kinder-) Ärzten behandelt werden.

Die weiterführenden Links unten im Artikel bieten noch mehr Informationen zum Thema HIV -Therapie im Kindesalter.

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