Kinder und HIV : Die richtige Therapie

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Dies gilt auch bei der Behandlung von HIV , die sich mitunter deutlich von der Behandlung Erwachsener unterscheidet.

Unterschiedliche Behandlungen bei Kindern und Erwachsenen
Artikel teilen

HIV bzw. Aids verläuft bei Kindern sehr unterschiedlich. Viele Kinder sind jahrelang symptomfrei. Anzeichen für eine auftretende Immunschwäche können Untergewicht oder Gewichtsverlust, immer wieder auftretende Fieberschübe, verschiedene bakterielle Infektionen (Mittelohrentzündung, Durchfälle, Pilzerkrankungen) sowie allgemeine Entwicklungsverzögerungen sein.

Viele Ärzte raten heute auch bei Kindern zu einer möglichst frühen medikamentösen Behandlung mit dem Ziel, die Viruslast unter die Nachweisgrenze zu senken. Der Zeitpunkt für den Therapiebeginn sollte mit dem Patient bzw. den Eltern bzw. Pflegepersonen ausführlich besprochen und Vor- und Nachteile abgewogen werden. Viele der gegen HIV wirksamen Medikamente sind nicht ausdrücklich für Kindern zugelassen, so dass ihre Anwendung einer besonders sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung bedarf (Off label use). Problematisch kann im Vergleich zu Erwachsenen geringere Toleranz gegenüber Nebenwirkungen sein. Auch ist die regelmäßige Medikamenteneinnahme (Adhärenz ) mitunter schwerer zu gewährleisten. Einige Medikamente sind als Saft erhältlich, was besonders bei kleinen Kindern die Einnahme erleichtern kann.

Daneben profitieren HIV -infizierte Kinder ganz besonders von Impfungen gegen andere Infektionskrankheiten, da ihr eigenes Immunsystem diese weniger gut abwehren kann als es bei gesunden Kindern der Fall ist.

Lebenserwartungen HIV -infizierter Kinder

Eine genaue Vorhersage über die Lebenserwartung ist kaum möglich. Die frühzeitige und konsequente medizinische Betreuung betroffener Kinder durch einen spezialisierten Kinderarzt ist aber die beste Voraussetzung, eine normale Lebenserwartung zu erreichen.

Die individuellen Krankheitsverläufe sind recht verschieden. Es gibt viele Theorien über die Gründe, doch keine ist wirklich bestätigt: Der Zeitpunkt der Infektion scheint ebenso eine Rolle zu spielen wie der Zeitpunkt des Therapiebeginns. Auch die Lebensumstände der Kinder und deren Familie können ausschlaggebend sein – vor allem die psychischen Faktoren. Ein Kind, das die ständige Angst der Eltern oder Erzieher spürt und vom täglichen Leben ausgeschlossen wird, hat es schwerer als ein Kind, das sich geliebt und angenommen fühlt. Die Behandlung HIV -positiver Kinder unterscheidet sich vom Vorgehen bei betroffenen Erwachsenen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass diese Kinder von spezialisierten (Kinder-) Ärzten behandelt werden.

Die weiterführenden Links unten im Artikel bieten noch mehr Informationen zum Thema HIV -Therapie im Kindesalter.

Artikel bewerten

Diese Information war für mich hilfreich?

Votes with an average with
Zurück

Weitere Themen:

Diagnose + Behandlung

> > Kinder und HIV: Die richtige Therapie